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Aktuell im Monat April:
Führungskräfte haben weniger Stress – vor allem Frauen!
Locker an die (der) Spitze
Sind Spitzenfunktionen stressvoll? Nein. Frauen in Leitungsfunktionen haben weniger Stress als Frauen, die in keiner Führungsrolle sind. Das zeigt eine Untersuchung der niederländischen Fachzeitschrift intermediair und der Universität Groningen.
Überstunden, immer erreichbar sein und keine Freizeit, das ist das Bild, welches Frauen von Führungsfunktionen haben. Und das ist oft der Grund, weshalb sie eine solche Stelle nicht anstreben. Sie ist nicht mit der Familie zu kombinieren und beinhaltet viel zu viel Stress.
Doch das ist nicht richtig, wie die Untersuchung bei 1672 Personen zeigt. Sie wurden über ihre positiven und negativen Gefühle im Beruf befragt. Etwas mehr als die Hälfte hatte eine Führungsfunktion. Die Führungskräfte fühlten sich in jeder Hinsicht besser: sie hatten mehr positive und weniger negative Gefühle als ihre nicht in Führungsfunktionen tätigen Geschlechtsgenossinnen und sie hatten weniger ambivalente Gefühle, die schlecht für das Wohlbefinden sind. Sie waren alles in allem weniger gestresst, fühlten sich kreativer, produktiver und waren weniger oft ausgelaugt.
Obwohl Frauen gleich viel positive Gefühle wie Begeisterung, Stolz, Inspiration und Glück in der Berufsarbeit erleben wie Männer, haben sie mehr negative Stressgefühle. Dazu gehören Unruhe, Irritation und Nervosität. Frank Walter von der Universität Groningen denkt, dass Frauen mehr von solchen Gefühlen geplagt werden, weil sie mehr Kombinationsstress erleben. Frauen sind mehr mit der Kombination von Beruf und Familien konfrontiert als Männer und sie können die privaten Dinge weniger gut loslassen während der Berufsarbeit.
Auffallend ist, dass der Stress abnimmt, je mehr Frauen in der Berufsarbeit etwas zu sagen haben. Je mehr Macht und Verantwortung sie haben, desto weniger Stress erleben sie. Das kommt gemäss dem Studienleiter, weil dadurch die Möglichkeit zunimmt, selbst Regeln sowohl zuhause wie in der Arbeit aufzustellen. Autonomie, die Situation im Griff haben und sie nach eigenem Gutdünken zu gestalten, vermindert Stress.
Spielball der Geschehnissen zu sein erhöht den Stress.